Über das Atelier

Betritt jemand, nachdem er vorbeischlendernd das große Schaufenster eingehend gemustert hat, den schmalen langen Raum, in dem am Ende die Goldschmiedin zeichnet und schmiedet, dann steht er inmitten der Ausstellungsstücke, der Stücke, die auch im Fenster fein und unprätentiös wie selbstverständlich stehen, auf zarten schlichten Tischen. So hebt sich Schaufenster, Ausstellungsraum und Werkstatt im Übergang auf – und eigentlich bezeichnet der Raum dasselbe wie jedes Schmuckstück, er scheint zwei- bis dreideutig. Wie ich es drehe und wende, es ist mal Präsentationsfläche mal Herstellungsplatte. Mal Ausstellungsraum, mal Werkstatt. Ein Vexierort, so wie die Stücke, die sie schmiedet, Vexier-Stücke sind, denn am Ende ist es ein Goldschmiedehandwerk.

Text: Gesine Grotrian